Was sich der Erfinder des Webs wünscht und was das für Ihre Webseite bedeutet

Am 12. März 1989 legte Tim Berners-Lee am Forschungszentrum CERN den Vorschlag vor, aus dem das World Wide Web wurde. Seither schreibt er zu runden Geburtstagen des Webs offene Briefe. Der Brief zum 35. Geburtstag im März 2024 ist eine bemerkenswert deutliche Kritik daran, was aus seiner Erfindung geworden ist. Ich habe ihn gelesen und finde, dass er auch Betriebe usw. betrifft, die einfach nur eine gute Webseite wollen.

Die ursprüngliche Idee

Berners-Lee beschreibt das Web als Werkzeug, das die Menschen stärken sollte. Er fasst das in drei Begriffen zusammen, die im Englischen alle mit C beginnen: Das Web sollte „allow for collaboration, foster compassion and generate creativity“, also Zusammenarbeit ermöglichen, Mitgefühl fördern und Kreativität wecken. Im ersten Jahrzehnt, so schreibt er, hat das funktioniert: Das Web war dezentral, vielfältig und voller kleiner, lokaler Gemeinschaften.

Was seither schiefgelaufen ist

Im Brief nennt er zwei Probleme, die zusammenhängen:

  • Macht bei wenigen. Einige große Plattformen bestimmen, was wir sehen. Ihr Ziel ist, Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange auf der eigenen Plattform zu halten.
  • Handel mit persönlichen Daten. Aus dem Verhalten der Menschen werden Profile erstellt, mit denen Werbung und Inhalte gezielt ausgespielt werden.

Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz verschärft beides, meint er. Und die Politik komme mit der Regulierung nicht hinterher.

Sein Ausweg

Berners-Lee setzt auf Menschen und Projekte, die das Web wieder dezentraler machen: offene soziale Netzwerke wie Mastodon und Bluesky, gemeinsame Werkzeuge wie GitHub, Podcasts statt geschlossener Kanäle. Sein eigenes Projekt heißt Solid. Dabei bekommt jeder Mensch einen persönlichen Datenspeicher (‚pods‘: personal online data store) und entscheidet selbst, wer welche Daten nutzen darf. In der belgischen Region Flandern hat jede Bürgerin und jeder Bürger bereits so einen Speicher.

Die World Wide Web Foundation, die Berners-Lee gemeinsam mit Rosemary Leith gegründet hatte, wurde im September 2024 nach 15 Jahren geschlossen. Ihr Kernziel, möglichst viele Menschen ans Netz zu bringen, sah sie als weitgehend erreicht. Den Kampf gegen Datensilos führt Berners-Lee seither mit seiner Firma Inrupt und dem Solid-Projekt weiter.

Was das mit Ihrer Webseite zu tun hat

Ein kleiner Betrieb oder Ihr Verein wird die großen Plattformen nicht verändern. Sie können aber entscheiden, wie abhängig Sie sich von ihnen machen wollen. Aus dem Brief lassen sich drei ganz praktische Schlüsse ziehen:

1. Ihre eigene Adresse im Netz. Ein zusätzliches Profil auf Facebook, Instagram oder Google ist nützlich, aber es gehört nicht Ihnen. Die Plattform bestimmt, wer Ihre Beiträge sieht, kann die Regeln jederzeit ändern und im schlimmsten Fall Ihr Konto sperren. Eine eigene Webseite unter Ihrer eigenen Domain ist dagegen der Ort, an dem Sie bestimmen. Social Media kann Ihre Leser und Kunden dorthin führen, sollte sie aber nicht ersetzen.

2. Sparsam mit Daten. Jedes eingebundene Werkzeug, jeder Zähler und jeder Like-Knopf schickt Daten Ihrer Besucher an Dritte. Eine Webseite, die nur das Nötige lädt, ist schneller, braucht weniger Hinweise in der Datenschutzerklärung und behandelt Ihre Kundschaft fair. Was dabei zu beachten ist, steht in meiner DSGVO-Checkliste für Ihre Webseite.

3. Offene Technik statt Abhängigkeit. Das Web selbst beruht auf offenen Standards, die jeder nutzen darf. Wer seine Webseite mit offener Software wie WordPress bauen lässt und die Domain auf den eigenen Namen registriert, kann jederzeit den Anbieter wechseln. Auch bei mir gehört die fertige Webseite nach der Bezahlung Ihnen, mit allen Dateien und Zugängen.

Minimalistische Karikatur zum Thema Datenschutz: Zwei Schweine freuen sich über einen kostenlosen Stall (Staatsbauernhof), während eine Bildunterschrift erklärt, dass man bei kostenlosen Social-Media-Diensten selbst das Produkt ist.

Mein Fazit

Ich baue seit 1999 Webseiten und habe viele Jahre ehrenamtlich an freier Software mitgearbeitet. Der Brief von Tim Berners-Lee bestätigt mich in etwas, das ich meinen Kundinnen und Kunden schon lange rate: Ein eigener, unabhängiger Platz im Netz ist kein Luxus, sondern die Grundlage. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wie dieser Platz für Ihren Betrieb aussehen kann.

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Quellen:


Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt, von mir geprüft und verantwortet.
Erich Christian

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